Aktuelles

Am Dienstag, den 25. August, besuchten die Schülerinnen und Schüler der Schwerpunktkurse Politik-Wirtschaft des 13. Jahrgangs von Frau Bünte und Herrn Wittor das Lufttransportgeschwader 62 der Bundeswehr in Wunstorf.

Pünktlich um 8.00 Uhr holte uns der Bus ab. Gegen 9.00 Uhr wurden wir in das Gästehaus geführt, wo zu Beginn der bei den Schülern schon bekannte Jugendoffizier Hauptmann Fedorowicz über Inhalte des 1. Themenschwerpunktes für das Zentralabitur (Friedenssicherung im 21. Jahrhundert) das Gespräch mit den Schülern suchte. Dabei ging es auch um neuere Entwicklungen wie die Piraterie vor der Küste Somalias am Horn von Afrika.

Nachdem ein Oberstabsfeldwebel einen Überblick in den Aufbau und die Struktur des Standortes Wunstorf gegeben hatte, konnten die Schüler den Tower besichtigen, von wo aus der Luftverkehr hautnah mitzuerleben war. Eine Reihe von Fragen wurden kompetent von den anwesenden Soldaten beantwortet.

Es folgte die Besichtigung eines Transportflugzeugs Transall, für das die Schüler in mehrere Gruppen aufgeteilt wurden, so dass auch alle Fragen von den Piloten beantwortet werden konnten. Ein Besuch im Cockpit des Flugzeugs wurde als besonders interessant empfunden.

Da es zu diesem Zeitpunkt bereits weit nach 13.00 Uhr war, wurde uns ein Mittagessen geboten und nach der Rückfahrt ging gegen 15.00 Uhr ein interessanter Tag zu Ende.

 

Christian Wittor, StR

 

Das Sozialpraktikum am Gymnasium Stolzenau

 

Wirft man einen wachen und kritischen Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn dieses Jahrhunderts und Jahrtausends, so muss man mit Besorgnis feststellen,

  • dass wirklich humanes Verhalten in vielen Bereichen gesellschaftlichen Lebens in den Hintergrund tritt und Ellenbogenmentalität und Ich-Fixiertheit zunehmen.
  • dass die Frage nach dem Nutzen eines Tuns und auch des menschlichen Lebens wichtiger wird als die Anerkennung der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit jeden Lebens.
  • dass Selbstverwirklichung immer mehr mit Egoismus und Leben auf Kosten anderer verwechselt wird.
  • dass der selbstlose Dienst am Nächsten einerseits zwar von vielen für nötig erachtet und gefordert wird, andererseits aber auch zunehmend belächelt und nicht als persönliche Herausforderung empfunden wird.
  • dass Cool-Sein und Härte-Zeigen für viele attraktiver ist als Empathie und Sympathie zu entwickeln.
  • dass Zuwendung zu alten, behinderten und kranken Menschen oder Menschen mit besonderen Problemen zunehmend unter dem Kostenaspekt gesehen wird und sich soziale Kälte ausbreitet.
  • dass der Gedanke, unentgeltlich oder ehrenamtlich für andere da zu sein, bei vielen Menschen kein Ansehen besitzt und dass eher derjenige, der hilft, in Rechtfertigungszwang gerät, als derjenige, der nicht hilft.
  • dass sich eine Mentalität des Wegsehens, der Gleichgültigkeit und Ignoranz ausbreitet und dass Toleranz im Sinne der Achtung und Duldung anderer Meinungen zurückgehen.
  • dass viele Menschen - auch Jugendliche - einseitig auf Konsumorientierung und fremdgesteuertes Freizeitverhalten festgelegt sind und Erfahrungen wirklicher menschlicher Begegnung zurückgehen.

So kann die gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland nach dieser Betrachtung Anlass zur Zukunftssorge geben; andere Zukunftslasten, wie der zunehmend problematischer werdende Altersaufbau der Bevölkerung oder die durch die Wirtschaftskrise noch rasanter steigende Staatsverschuldung mit den bekannten Folgen für die nächsten Generationen, seien nur am Rande erwähnt. Da die Schule mehr als andere Institutionen zur Gestaltung der Zukunft beiträgt und die lange Verweildauer von Schülerinnen und Schülern in der Schule die jungen Menschen sehr prägt, drängt sich die Frage auf: Wer, wenn nicht die Familien und die Schulen, kann die soziale Sensibilität der Jugendlichen und damit der nächsten Generation wecken, schärfen und stärken?

Das Gymnasium Stolzenau möchte mit dem Sozialpraktikum Schülerinnen und Schüler

  • ansatzweise und für überschaubare Zeit aus der Enge herkömmlicher schulischer Sozialerfahrungen herausführen in die Begegnung mit Menschen in verschiedenen Lebens- und Problemsituationen.
  • aufmerksam machen auf die Belastungen, denen andere Menschen ausgesetzt sind (z. B. durch Krankheit oder auch nur durch die Mühsal der täglichen Pflichterfüllung) und ihnen so helfen, eigene Belastungen relativieren zu lernen.
  • in der herkömmlichen Meinung korrigieren, dass Behinderte und Hilfsbedürftige vor allem eine Last sind, und ihnen verdeutlichen, dass gerade Menschen in der Not ihres Lebens reich an Erfahrungen sind und anderen Hoffnung geben können.
  • darauf aufmerksam machen, dass Zuverlässigkeit und Treue gerade im Dienst an anderen unerlässliche Tugenden sind und in diesem Dienst neu entdeckt werden können.
  • zeigen, dass gerade sie mit ihren Fähigkeiten andere Menschen froh machen können und Einsamkeit durchbrechen können.
  • deutlich machen, dass der Helfende immer auch der Beschenkte ist.
  • bewusst machen, dass Krankheit und Not und auch Vergänglichkeit zum Leben gehören, dass aber in helfendem Miteinander manche Not und Hoffnungslosigkeit bewältigt werden kann.

Die Organisatoren des Praktikums sind sich bewusst, dass ein zeitlich begrenztes Sozialpraktikum die genannten Ziele nur anbahnen kann. Andererseits können auch ansatzhafte Erfahrungen dazu führen, Wege weiter zu beschreiten, d. h. hier an der Gestaltung einer solidarischen Zukunft der Gesellschaft mitzuarbeiten. Der angestoßene Prozess des Nachdenkens und sozialen Lernens kann in den Schülerinnen und Schülern weiterwirken und sie später zu Multiplikatoren in diesen Fragen machen.

Das Sozialpraktikum findet zu Beginn des zweiten Halbjahrs des 9. Jahrgangs für eine Woche statt. Da es sich um eine schulische Veranstaltung handelt, sind die Schülerinnen und Schüler während der Zeit des Sozialpraktikums über die Schule versichert.

Eltern, Schülerinnen und Schüler suchen gemeinsam eine geeignete Praktikumsstelle. Infrage kommen Kindergärten, Kinderhorte, Grundschulen, Förderschulen, Seniorenheime,  Krankenhäuser, Behindertenwerkstätten und sonstige Betreuungseinrichtungen. Die Praktikumsplätze müssen im Einzugsbereich der Schule liegen, der eingegrenzt ist von den Orten Nienburg, Neustadt, Wunstorf und Minden. Die Schülerinnen und Schüler verpflichten sich, die Praktikumsstelle täglich pünktlich zu besuchen und sind nachdrücklich auf ihre Pflicht zur Verschwiegenheit hinzuweisen; außerdem darauf, dass sie sich im Krankheitsfall an der Praktikumsstelle und an der Schule abzumelden haben. Einen Arbeitslohn gibt es nicht. Vor Antritt des Praktikums stellen sich die Schülerinnen und Schüler an ihrer Praktikumsstelle vor.

Das Praktikum wird im Rahmen eines Projekttages ausgewertet. Die Erfahrungen sollen in Form einer schulöffentlichen Präsentation dargestellt werden.

   
© (c) Gymnasium Stolzenau 2013, 2014, 2015